Historie des Vereins

Die Gründung des Vereins im Jahre 1951

Der Gedanke zur Gründung eines Schießclubs in der Wohnsiedlung an der Sundhelle entsprang dem natürlichen Bestreben des Menschen nach Gesellschaft.

Die Häuser in der Sundheller Strasse wurden in den Jahren von 1937 bis 1939, also bis zum Anfang des Zweiten Weltkrieges, erbaut. Die Anwohner der Strasse waren meist keine gebürtigen Plettenberger, sondern kamen aus allen Teilen des Landes. Bevor nachbarliche Beziehungen aufgebaut oder vertieft werden konnten, wurden viele Männer durch die Einberufung zum Kriegsdienst von der Sundhelle fortgezogen. Erst in den Jahren nach dem Krieg konnten dann die ersten intensiven Kontakte untereinander hergestellt werden. Die Notlage in den Nachkriegsjahren sorgte zudem dafür, daß sich das Zusammengehörigkeitsgefühl um so schneller verbreitete.

Die ersten Gespräche zur Gründung eines Schießclubs fanden 1951 im Haus von Erich Duschek statt. Albert Franz sen., der zur damaligen Zeit schon Mitglied im Schützenverein Grünetal war, brachte in geselliger Runde den Vorschlag ein, sich zum Schießen regelmäßig zu treffen. Diese Anregung wurde aufgegriffen und die Bildung eines Schießclubs schon bald in die Tat umgesetzt. Die ersten Schießübungen wurden dann je nach Wetterlage im Keller oder im Garten von Erich Duschek durchgeführt. Aber auch der Ziegenstall im Keller von Erwin Meier galt als ein Übungsplatz für das Schießen mit dem Luftgewehr.

Im Jahre 1952 wurde das erste Schützenfest auf der Sundhelle gefeiert. Da keine geeigneten Räume für große Festlichkeiten vorhanden waren, feierten die Männer des Schießclubs zusammen mit ihren Familien im Hof hinter dem Haus von Erich Duschek. Erster Schützenkönig wurde Heinrich Fingerhut, der Liselotte Duschek zu seiner Königin erwählte. Wie es sich bei einem richtigen Schützenfest in Plettenberg gehört, wurde auch damals schon ein Biergericht organisiert.

Wegen des regen Zuspruchs der Sundheller Bürger bei den Übungsschießen und gerade bei diesem ersten Schützenfest, wurde überlegt, einen passenden Platz zum Bau eines eigenen Vereinsheimes zu finden. Man hatte schließlich Erfolg und fand ein Grundstück am Waldrand oberhalb der Sundheller Siedlung, das gepachtet werden konnte. Für die Pacht wurde der Marktpreis eines Scheffel Roggens ausgehandelt.

Auf diesem Grundstück wurde in gemeinsamer Arbeit ein Blockhaus errichtet. Hier war es zwar noch recht beengt, aber das Blockhaus ermöglichte immerhin, die Schießübungen und das gesellige Beisammensein außerhalb privater Einfriedungen zu fördern.

Schon das nächste Schützenfest konnte in dem neuen Blockhaus gefeiert werden. Dieses größer ausgelegte Fest war ein voller Erfolg, denn viele bislang nicht interessierte Sundheller schauten vorbei und wurden angeregt, ebenfalls Mitglied in der Schießgemeinschaft zu werden. Ermuntert durch ihre Väter nahm dann auch die Jugend am Vereinsleben teil.

Zur Gründung des Schützenvereins im Jahre 1951 sei gesagt, daß wir den Gründern zu großem Dank verpflichtet sind. Sie haben in all den Jahren der Gestaltung des Vereins den Zusammenhalt der Mitglieder durch ihren unermüdlichen Einsatz gefestigt. Durch die Mitarbeit aller Mitglieder hat unser Schützenverein trotz seiner geringen Größe einen Platz innerhalb der heimischen Schützengemeinschaft behaupten können.

Zu den uns heute noch bekannten Mitbegründern gehören:

Albert Franz sen., Erich Duschek, Alfred Gregory, Josef Ortwig, Franz Hoffmeister, Walter Kuchta, Karl Gunsch, Erwin Meier, Friedhelm Ortwig, Otto Mainka, Liselotte Duschek, Rudi Multhauf, Hans-Werner Haarmann, Otto Krosta, Hubert Moritz

Wichtige Eckpunkte der Vereinsgeschichte

Jedes Jahr in der Geschichte des Schützenvereins hat seine eigene Bedeutung und die Ereignisse dieses Jahres waren ausschlaggebend für die Weiterentwicklung des Schützenheims, des Vereins oder seiner Mitglieder. Dennoch gibt es einige bestimmte Eckpunkte in der Vereinsgeschichte, die eine besondere Bedeutung haben, da sie auf Jahre hinaus das Vereinsgeschehen verändert haben.

1971 erfolgte unter dem damaligen ersten Vorsitzenden Wolfgang Runte und dem Geschäftsführer Erich Reitz der Schritt vom Schießclub zum Schützenverein. Äußerlich sichtbar wurde dieser Wandel durch die Anschaffung einer eigenen Vereinsfahne. Die Spenden von Plettenberger Bürgern und den Mitgliedern des Vereins ermöglichten den Kauf dieser Fahne, die am 1. August 1971 in einer Feierstunde offiziell eingeweiht wurde.

Drei Jahre später wurde von einer Kommission eine Satzung für den Schützenverein Sundhelle ausgearbeitet und die Vereinbarung getroffen, den Verein gerichtlich eintragen zu lassen. Seit 1974 wird damit der Schützenverein „Blau-Weiß 1951“ Plettenberg-Sundhelle beim Amtsgericht Plettenberg als „e.V“ geführt.

Durch Änderung der ursprünglichen Satzung in einigen Punkten konnte im Jahre 1991 die Gemeinnützigkeit beim Finanzamt Altena beantragt werden. Nachdem diese vorlag, trat der Schützenverein Sundhelle dem Westfälischen Schützenbund bei.

Im Jahre 1973 wurde zum ersten Mal eine Weihnachtsfeier für Kinder im Schützenheim an der Sundhelle durchgeführt. Rund 70 Kinder fanden sich damals zusammen mit Eltern und Großeltern ein, um zwei schöne und besinnliche Stunden zu erleben. Mit einigen Weihnachtsliedern wurde dann der Nikolaus herbeigesungen, der den Kindern Geschenke mitbrachte. Bis heute haben diese Weihnachtsfeiern Tradition.

Anfang der 70er Jahre wurde der Wunsch laut, neben dem Schützenfest eine weitere Feier im Verein zu organisieren. Am 26. Oktober 1974 fand dann das erste Herbstfest im Schützenheim auf der Sundhelle statt. Es sollte ein Gegenstück zu den Winterfesten der anderen Schützenvereine sein. Da aber je nach Wetterlage das Schützenheim im Winter nicht genutzt werden konnte, wurde die Feier in den Herbst vorgezogen.

Am 4. April 1981 kaufte der Verein das Grundstück, auf dem das Schützenheim steht. Nachdem man über 20 Jahre das Grundstück gepachtet hatte, waren die Mitglieder nun Eigentümer dieser Scholle. Helmut Bornemann kam auf die Idee, aus diesem Anlaß am Himmelfahrtstag eine Grenzbegehung (Schnadegang) durchzuführen. Dabei wandern die Mitglieder und Gäste die Grenzen des Vereinsgrundstücks ab. Damit Jung und Alt die Grenzpunkte im Gedächtnis behalten, erhalten die Erwachsenen über dem Grenzstein sitzend einen Schnaps, während die Kinder durch einen Klaps auf den Po den Standort „eingebleut“ bekommen. Die Idee der Grenzbegehung fand solchen Anklang, daß sie bis heute jedes Jahr durchgeführt wird.

Der Damenschießclub

Aus der Idee heraus, den Ehefrauen der Offiziere einen eigenen Treff zu geben, wurde am 25. August 1981 der Damenschießclub aus der Taufe gehoben. Zu den Gründungsmitgliedern, die damals in der Vereinsgaststätte Seegrewe anwesend waren, gehörten Anneliese Reitz, Edeltraud Kuchta, Inge Henning, Renate Blaske und Edith Theis. Der Kreis der Mitglieder erweiterte sich schnell über die Offiziersfrauen hinaus und der Damenschießclub erwies sich als Bereicherung des Vereinslebens.

Jeweils am ersten Samstag im Monat traf frau sich im Schützenheim zum Schießen und gemütlichen Beisammensein. Als Schießwart übernahm Adam Theis die Aufsicht beim Umgang mit den Waffen. Später erhielt er Unterstützung durch Günter Hoddow.

Die 1. Vorsitzende von 1981 bis 1984 war Edith Theis. Von 1984 bis 1999 übernahm dann Liselotte Duschek dieses Amt. Die heutige Vorsitzende, Veronika Klauß, wurde im Januar 2000 ins Amt gewählt.

Bereits im Gründungsjahr 1981 erhielt der Damenschießclub dank des Schützen-bruders Helmut Bornemann eine eigene Satzung. In seinem Hause fanden sich die Schützenschwestern Edith Theis, Edeltraud Kuchta, Käthe Bornemann, Renate Blaske und Inge Henning ein, um bei der Erstellung der Satzung mitzuwirken. Unterstützung erhielten sie dabei durch Adam Theis und Kurt Blaske.

Wie es sich für einen Schießclub hält, wollten die Damen auch ein eigenes Schützenfest mit dem Schießen auf einen Holzvogel. Da der Verein jedes Jahr im Oktober sein Herbstfest feiert, einigte man sich von Vorstand und Damenschießclub darauf, an diesem Tag eine Herbstkönigin auszuschießen. Dies sollte zu den gleichen Bedingungen wie bei den Schützen geschehen. 1982 wurde dann das erste Herbstfest mit einer Herbstkönigin gefeiert.

Neben dem Königinnenschießen wurden aber weiterhin regelmäßige Schießwettkämpfe durchgeführt. Von Januar bis November wird die Jahresmeisterschaft gewertet. Daneben werden wie bei den Herren jedes Jahr Medaillen und Pokale ausgeschossen. Vor Ostern darf auch ein Eierschießen nicht fehlen. Und im Dezember findet eine eigene Weihnachtsfeier statt. Alle 2 Jahre wird zudem eine mehrtägige Fahrt zu wechselnden Zielorten durchgeführt.

Daß der Damenschießclub aber nicht abgeschottet vom Rest des Vereins agiert, zeigen die jährlichen Auftritte beim Biergericht. Die erste gezeigte Bühnenshow war ein derartiger Publikumserfolg, daß die Damen fester Bestandteil des Biergerichts wurden.

Die endgültige Verbindung zwischen Damenschießclub und Schützenverein Sundhelle wurde 1992 geschaffen, als nach langen Diskussionen („Schützenverein ist Männersache“) Frauen die Vollmitgliedschaft erhielten.

Ende 2012 löste sich der Damenschießclub wieder auf.